Abschätzung Geschwindigkeit

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Abschätzung Geschwindigkeit

Beitragvon 325i vfl » 02.09.2020 00:54

Hallo

wie der Betreff schon sagt, bitte ich um eine Einschätzung einer gefahrenen Geschwindigkeit.

Ein PKW Kleinwagen (Renault Clio) oder ähnliches fährt hinten links auf ein abgestelltes, parkendes 1,5 Tonnen schweres Auto auf und schiebt dieses Auto noch 10-15 m einer schwach ansteigenden Straße hoch. Der Renault hatte sich überschlagen und ist neben dem gerammten Auto, quer zur Fahrtrichtung am Dach zum Liegen gekommen. Der Einschlag am geparkten Auto war so heftig, dass dieses nur noch für die Restwertbörse zu gebrauchen ist. Das linke Hinterrad steht jetzt ca. 45° zur eigentlichen Fahrtrichtung. Die Karosserie ist sehr stark beschädigt.

Laut Polizeieinschätzung wäre der Verursacher nur 50 km/h schnell gewesen da der Unfall in einer geschlossenen Ortschaft passiert ist........

Aus reiner Neugier hätte mich mal interessiert wie ihr so etwas mit eurem Bauchgefühl einschätzt. Ich kann mir die 50 km/h bei so einem Einschlag nicht wirklich vorstellen.
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Re: Abschätzung Geschwindigkeit

Beitragvon eisi » 02.09.2020 05:27

Servus!

Ganz ehrlich: 50km/h ist eine brutale Geschwindigkeit, das unterschätzt man als Laie absolut! Dies entspricht etwa einem Fall aus 10m Höhe.
Wenn man die Masse mit einbezieht, die so ein kleineres Auto wie ein Clio (über 1 Tonne) hat, dann passiert dies in etwa so wie geschehen.
Schau mal die Videos über crashtests an - da wird Dir beim Zusehen ganz anders.

eisi, der dieser von Dir geschilderten Version der Polizei hier Glauben schenken könnte.
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Re: Abschätzung Geschwindigkeit

Beitragvon hoschi » 02.09.2020 07:36

sehe das auch eher wie eisi...
wenn die masse 1to. in bewegung ist, hat die eine ordentliche energie...
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Re: Abschätzung Geschwindigkeit

Beitragvon markus-63 » 02.09.2020 07:56

Nur mal so als Hinweis:

Stellt es euch mal so vor:

Ein Fahrzeug prallt ungebremst mit 50 km/h auf ein stehdnes Hindernis. Ein Gegenstand, der im Fahrzeug sich ungesichert im Fahrzeug befindet (z. B. der früher übliche Auto-Atlas auf der Heckablage) hat nun das Bestreben seine ursprüngliche Richtung beizubehalten. Er verläßt also seinen angestammten Platz auf der Heckablage und fliegt weiter in der ursprünglichen Fahrtrichtung.

Am Ende seiner Flugbahn prallt nun dieser Autoatlas auf den Hinterkopf eines Fahrzeuginsassen.

Der Autoatlas hat ursprünglich ein angenommenes Gewicht von 1 kg.

Beim Aufprall auf den Hinterkopf des Fahrzeuginsassen vervielfältigt sich das Gewicht circa um den Faktor 50. Es werden folglich aus dem 1 kg des Autoatlas dann circa 50 kg. Also in früheren Zeiten das Gewicht eines ausgewachsenen Sackes Zement.

Ein Schoßhündchen im Kofferraum mit 50 kg werden folglich zu etwa 2500 kg.

Ähnlich verhält es sich also auch mit dem Gewicht eines Pkw mit 1000kg, der auf ein stehendes Hindernis prallt. Auch hier vervielfältigt sich das Gewicht etwa um den Faktor 50. Es werden also grob gesagt 50.000 kg oder 50 t. Das ist mehr als ein ausgewachsener in Deutschland zulässiger Lkw haben darf. um nicht als Schwertransport zu gelten.

Und bei dieser angenommenen Masse wird dann ein stehender Pkw entsprechend zuerst kaltverformt und anschließend beschleunigt.

Also es klingt sehr plausibel dass der Aufprall des Renault Clio auf den geparkten Pkw zu derartigen Verformungen und Schäden führt.


Viele Grüße und denkt mal über eure Ladung im Fahrzeuginneren nach,


Markus
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Re: Abschätzung Geschwindigkeit

Beitragvon Murdock » 02.09.2020 08:16

Hier mal eine interessante Seite mit entsprechendem Rechner;

http://www.cbcity.de/Aufprallenergie

Auch das Video spricht für sich.



Nicht umsonst sollte man sich immer wieder folgendes vor Augen führen:

Bei einer Kollision mit einem Pkw sterben bei 65 km/h 8 von 10 Fußgängern.
Bei 50 km/h überleben 8 von 10 Fußgängern.

15 km/h Unterschied können darüber entscheiden, ob ein Mensch überlebt oder stirbt. Kann man sich auch nicht wirklich vorstellen wenn man bedenkt wie langsam im Grunde 15 km/h im Auto sind.

Daher ist die genannte Einschätzung realistisch und man möchte sich gar nicht vorstellen was ein solcher Einschlag mit 70, 80 oder mehr km/h verursacht.

Stichwort Ladung :thumpsup:
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Re: Abschätzung Geschwindigkeit

Beitragvon 08/15 » 02.09.2020 09:11

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Re: Abschätzung Geschwindigkeit

Beitragvon 325i vfl » 02.09.2020 11:52

Danke für die Einschätzungen. :wink: Klingt jedenfalls alles plausibel.

Was ich noch vergessen hatte zu erwähnen, der Renault hatte sich bei dem Einschlag noch mehrmals Überschlagen.
Mein Fehler war der "Bremsweg". Ich bin in meinen Gedanken von einer gefahrenen Geschwindigkeit mit 50km/h ausgegangen und hatte eine Geschwindigkeitsreduzierung durch eine Notbremsung mit im Sinn. Dabei ist die Aufprallgeschwindigkeit dann meist viel geringer als die angenommenen 50km/h. In dem vorliegenden Fall gab es anscheinend keine Bremsung vor dem Einschlag, was mich zu einer höheren Geschwindigkeit verleiten lies.

Der Ausgang vom Unfall,.....

Die 78 jährige Dame wurde fast unverletzt, von Passanten aus ihrem auf dem Kopf liegenden Auto geborgen. :thumpsup:

Mein Stahlgrauer ist seit gestern, nach nicht mal 2 Jahren, Geschichte und ich bin seit gestern Fußgänger.

Viele werden jetzt denken, natürlich ist die ältere Dame nicht gerast, wird wohl auch so sein, aber es haben auch schon mehrere die Bremse mit dem Gaspedal vertauscht.

Nach Einschätzung der Polizei und Feuerwehr war die Dame anscheinend nicht mehr für den öffentlichen Straßenverkehr fahrtauglich.

Leider hilft das aber keinen wenn man den Schaden hat. :thumpsdown:
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Re: Abschätzung Geschwindigkeit

Beitragvon OldsCool » 02.09.2020 12:30

Oh mann... Sowas ist echt Sch....
Auch wenn es "nur" Sachschaden gab, der ist in diesem Fall eben leider auch nicht zu ersetzen :enraged:
Dummerweise gibt es zu viele von den betroffenen Wählern, als dass seitens der Politik mal endlich was passiert und Prüfungen für Senioren eingeführt werden. Gerade hier bei uns auf dem Land ist es mehr als abenteuerlich was einem da teilweise auf den Straßen begegnet :pssst: Dabei bin ich mir relativ sicher dass Taxifahrer deutlich günstiger und sicherer wäre, als noch selbst ein Auto zu halten.
Mein tiefes Mitgefühl :cry:

Gruß Steffen
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Re: Abschätzung Geschwindigkeit

Beitragvon John57 » 02.09.2020 15:11

Warum nur Prüfung für Senioren?
Es sollten alle Autofahrer regelmäßig untersucht werden, wie es jeder Lkw-Fahrer machen muss. Ich möchte nicht wissen wieviele nicht richtig sehen und hören können.
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Re: Abschätzung Geschwindigkeit

Beitragvon Al Jaffee » 02.09.2020 15:39

Nach Einschätzung der Polizei und Feuerwehr war die Dame anscheinend nicht mehr für den öffentlichen Straßenverkehr fahrtauglich.

Als ob die Polizei und die Feuerwehr das bei einer alten Dame in einer Ausnahmesituation beurteilen könnten.
[Zynismus}
Ich würde 70% der aktuellen Autofahrern unter 50 Jahre die Fähigkeit ein Fahrzeug zu führen absprechen.
[/Zynismus] ;-)
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